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„Das Peter-Prinzip oder Die Hierarchie der Unfähigen“

Ein Beitrag von Henrik Becker, vom 03.10.2021

„Das Peter-Prinzip oder Die Hierarchie der Unfähigen“ 

Über die Auswirkungen auf die Finanzmärkte!

So der Titel eines 1970 in Deutschland erschienen Buches des Rowolt-Verlages.

Nun was ist so besonders an diesem Buch, dass man gut fünf Jahrzehnte später noch darüber sprechen kann. Ja vielleicht auch sollte, wie die jüngsten Ereignisse es eindrucksvoll aufzeigen. Es ist das Thema, mit welchem sich Laurence Johnston Peter (* 16. September 1919 in Vancouver, British Columbia, Kanada) auseinandersetzt. Peter war ein kanadisch-US-amerikanischer Lehrer, Erziehungs- und Sozialberater, Schulpsychologe, Autor und Professor und gilt als ein Wegbereiter des modernen Managements.

Freie Analyse; Chartanalysen, Langzeitausblick; Henrik Becker; Neo-Wave.de; Elliott-Wellen-Prinzip, Elliott-Wave

Laurence Johnston Peter

Der Tenor des Peter-Prinzips lautet: „Jedes Mitglied einer ausreichend komplexen Hierarchie so lange befördert wird, wie es auf seiner bisherigen Position erfolgreich ist. Übersteigen die Anforderungen der neuen Position aber die Fähigkeiten, bleiben weitere Beförderungen aus.

Umgekehrt bleiben Mitglieder, deren Fähigkeiten für eine höhere Position geeignet wären, schon in den unteren Stufen hängen, in denen sie weniger erfolgreich sind: Dadurch markiert in der Regel das persönliche Maximum der Karriere­leiter das Maß einer maximalen Unfähigkeit innerhalb der Hierarchie. Peter konstatiert: „Nach einer gewissen Zeit wird jede Position von einem Mitarbeiter besetzt, der unfähig ist, seine Aufgabe zu erfüllen.“ (Auszug aus Wikipedia).

Mit einfachen Worten ausgedrückt: Ein hierarchisch aufgebautes System existiert nach dem immer gleichen Muster. Je mehr Etagen auf der Karriereleiter zu erklimmen sind, desto unfähiger ist die Besetzung der zu vergebenden Positionen. Der Grundgedanke ist hierbei ganz einfacher Natur: Welcher Chef duldet schon ernsthafte Konkurrenz in seinem Umfeld. Doch aufgrund dieser Auswahlkriterien ist ein permanentes Abflachen der intellektuellen Leistungsfähigkeit diesem System immanent!

Völlig übertrieben und verschwörungstheoretisch könnte man angesichts dieser systemzersetzenden These ins Feld führen. Doch zeigen gerade die jüngsten Ereignisse, dass das Peter-Prinzip nicht aus den unendlichen Weiten herrührt, sondern viel realistischer ist, als der größte Teil der Bevölkerung bereit ist zu glauben.

Werfen wir nur einmal einen kurzen Blick auf die sogenannten Wahlen zum Bundestag:

Im Vorzeigeland der Demokratie zeigt man sich bezüglich des Wahlverfahrens nahezu grenzenlos, wie es die folgenden Beispiele zeigen:

  • Im sächsischen Panschwitz-Kuckau konnte mit einer Wahlbeteiligung von fast 116 Prozent die DDR, mit ihren legendären 99 Prozent, wenigstens einmal in einer Disziplin übertroffen werden
  • In Berlin haben Wahllokale verspätet geöffnet und zum Ausgleich dafür die Türen etwas länger offengehalten
  • In Berlin wurden Wahlzettel einfach am Kopierer erstellt, da nicht genügend vorrätig waren
  • Mit der ersten Hochrechnung konnte die ARD bereits am Freitag-Abend, also zwei Tage vor der Wahl, aufwarten
  • In einigen Wahlbezirken fehlte die AFD
  • Wahlzettel wurden im Müll gefunden
  • Wahlurnen waren nicht verschlossen
  • Bremen-Seehausen: wurden falsche Wahlzettel ausgegeben, weshalb es nur wenig gültige Stimmen gab

um nur einige Beispiel aufzuführen.

Abgesehen davon, dass man hierzulande anscheinend völlig unfähig ist eine Wahl abzuhalten, ist allein das zur Auswahl stehende Personal die Bestätigung des Peter-Prinzipes in Persona!

  • Der eine Kandidat hat sich angesichts von hundertfachem Tot und unendlichem Leid fast totgelacht; sich zudem noch an den von ihm selbst verhängten Menschenrechtseinschränkungen bereichert
  • Nummer 2 kann mit einem Lebenslauf aufwarten, welcher mittlerweile mehr Versionen aufweist als Windows und ist zudem nicht in der Lage zwei sinnhafte Sätze hintereinander zu sprechen, ohne dabei abzulesen, wenn das überhaupt möglich wäre
  • … und schreibt ein ihr inhaltlich unbekanntes Buch
  • Der Dritte im Bunde steht im Visier der Staatsanwaltschaft und musste unmittelbar vor der Wahl mit Durchsuchungen in seinem Umfeld kämpfen
  • Ein einfacher Bankangestellter fungiert als Gesundheitsminister und bringt hier, im Sinne seiner Vermögensbildung, seine Berufserfahrungen ein
  • Doktorarbeiten voller Plagiate, oder gleich gekaufte Titel; reihenweise Studienabbrüche; keine abgeschlossene Berufsausbildung usw. gelten heute als nahezu selbstverständlich, ja man könnte schon sagen als eine elementare Voraussetzung für das Erklimmen der Karriereleiter im Politzirkus

Die hier aufgeführten Punkte verstehen sich exemplarisch für die gesamte Gesellschaft und widerspiegeln im Grunde nur die allgemeine Verfassung. Ganz gleich ob Politik oder Wirtschaft, die Unfähigkeit hat sich etabliert und ist salonfähig geworden. Damit sind die besten Voraussetzungen für die Umsetzung des Peter-Prinzipes geschaffen. Nein mehr noch: Eine bessere Bestätigung dieser These kann man sich nicht vorstellen.

Steinmeier: “Wir leben im besten Deutschland, das es jemals gegeben hat”
(Bei einem Festakt und einem ökumenischen Gottesdienst Potsdam am 03.10.2020)

Dümmer geht nimmer! Nein: Dümmer geht immer! Doch nicht unendlich!

Nach gut 75 Jahren Anwendung des Peter-Prinzips haben wir, hat die abendländische Welt, nun das Ende der Fahnenstange erreicht. Die jüngste Vergangenheit sollte so langsam auch dem Unbedarftesten die Augen geöffnet, sollte ihm gezeigt haben, dass der eingeschlagene Weg ein Holzweg ist und einfach nur ins Chaos führen muss. Hilfen oder gar Lösungsansätze sind von den jetzigen Entscheidungsträgern natürlich nicht zu erwarten. Dazu müssten diese in der Lage sein die sehr komplexen Zusammenhänge zu erkennen. Wohl eher ein Wunschtraum, wie das folgende Beispiel zeigt:

Laut Annalena Baerbock kann das Stromnetz Strom speichern. Wie funktioniert das physikalisch?

“An Tagen wie diesen, wo es grau ist, da haben wir natürlich viel weniger erneuerbare Energien. Deswegen haben wir Speicher. Deswegen fungiert das Netz als Speicher. Und das ist alles ausgerechnet.”

Die Auswirkungen auf die Finanzmärkte

Am Ende einer Fahnenstange, am Ende eines Trends, steht schlicht und einfach ein Trendwechsel in Haus. Die aktuelle Situation an den Finanzmärkten spricht diesbezüglich eine unmissverständliche Sprache. Auffallend ist, in diesem Sinne, die in temporärer Hinsicht längere seitliche Range. Eine solche Phase ist fast ausschließlich ein Indikator für massive Verkäufe von institutionellen Anlegern. Um es mit Kostolanys Worten zu beschreiben: „Die Aktien wechseln von den starken zu den schwachen Händen“. Dieses Prozedere spielt sich in immer gleichen Mustern schon von Anbeginn der Börsen ab, sodass man im Grund keine Angst davor haben müsste.

Diese Mal ist alles anders!

Doch dieses Mal ist es etwas anders! Denn wir stehen am Ende eines Trends dessen Wurzeln im Frühkapitalismus gelegt wurden und damit im 18. Jahrhundert zu suchen sind. In dieser Epoche wurden nicht nur neue Produktionsmethoden; neue Technologien oder auch neue soziale Strukturen und Klassen gebildet. Nein, in dieser Epoche wurde auch der Grundstein für das noch heute angewandte Finanzsystem gelegt. Und genau dieser Delinquent sitzt mit all seinen Abteilungsleitern auf der Anklagebank!

Die Verwerfungen, welche sich unübersehbar am Horizont abzeichnen, werden alle Facetten des Finanzsystems berühren, um es vorsichtig auszudrücken. Die Welt steht inmitten eines gewaltigen Systemwechsels, welcher sich irreversibel seinen Weg bahnt. Mit wachen Augen betrachtet sind dann auch die ersten gewaltigen Vorbeben zu erkennen. Da wäre zu nennen: die ausufernde Geldflut, entfacht durch die ebenfalls auf der Anklageschrift stehenden Zentralbanken, und Entwertung als Kausalität, zum einen. Zum anderen steht, besonders hier im Abendland, eine Arbeitslosigkeit nahezu biblischen Ausmaßes, als Folge einer grassierenden Insolvenzwelle, vor der Tür. Eine dadurch hervorgerufene Verarmung weiter Teile der Bevölkerung, versteht sich in diesem Sinne so gut wie von selbst.

Unübersehbare Symptome für einen Systemwechsel

Resultierend daraus ist vom Eintreten einer größeren Korrektur, an den Finanzmärkten, auszugehen. Einen ins Bodenlose führenden Crash schließe ich, aus dem aktuellen Blickwinkel betrachtet, dennoch aus. Der Grund in dem latenten Optimismus liegt schlicht und einfach im folgenden Sachverhalt: Die moderne Welt ist nicht zum ersten Mal fiskalisch und moralisch Bankrott! Wurden bislang diese Aggregatzustände mittels Krieges aus der Welt geschaffen, ist diese Option inzwischen nicht mehr durchführbar. Zu stark sind die krampfhaft herbeigeredeten Gegner; viel zu groß sind die Diskrepanzen im westlichen Lager, um auch nur annähernd eine Chance auf einen überlegenen militärischen Konflikt zu hegen. Mit diesen Aspekten im Hintergrund ist eine eher „sanfte“ Trendwende zu erwarten, würde doch ein waschechter Crash, in diesem Fall alle Beteiligten betreffen. Denn bislang wurden derartige Planspiele sehr erfolgreich für die Verlagerung von Vermögenswerten von unten nach oben genutzt.

Der Systemwechsel wird sich über mehrere Jahre erstrecken, und nicht, wie gelegentlich in Aussicht gestellt, über Nacht vollzogen werden. Viele börsennotierte Unternehmen werden das andere Ufer nicht mehr erreichen, wobei die Unternehmensgröße nicht das einzige Auswahlkriterium darstellen wird.  Für den Neustart wird man sich wieder der guten alten Oldeconomy besinnen, wird man wieder, dann allerdings nicht ganz schmerzfrei erkennen, dass reelle Werte allein durch Wertschöpfung geschaffen werden.

Neustarts haben immer auch neue Sichtweisen und verbunden damit neue Technologien im Schlepptau. Besonders Bereiche wie: Recycling; neue Energieformen; neue Heilmethoden, um nur einige zu nennen, haben dabei nicht die schlechtesten Karten in der Hand und sollten daher im Fokus der Anlegerschaft stehen.

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