Energiepreise-WDR

WDR-Kommentator findet steigende Energiepreise richtig gut – „achtsamer heizen“ bitte!

Ein Beitrag von Claudio Kummerfeld, vom 13.10.2021

Detlef Flintz ist beim Westdeutschen Rundfunk „Leiter Programmgruppe Wirtschaft und Recht“ (hier sein Werdegang). Gestern hat er bei den Tagesthemen in der ARD mit einem 1:32 Minuten dauernden Kommentar für Empörung in den sozialen Netzwerken gesorgt – zurecht, wie ich meine! Schauen Sie sich hier erst einmal das Video an.

Die derzeit stark steigenden Preise bei Öl und Gas seien gut, so sein klar betonter Ausspruch! Denn nur wenn diese Preise deutlich teurer werden, bekomme man die Erderwärmung in den Griff. Die Bürger sollten froh sein, dass man durch die höheren Preise gezwungen wird Konsum und Produktion zu ändern. Er spricht von „achtsamem Heizen“ als einer von mehreren Maßnahmen. Und man müsse die Ärmsten natürlich unterstützen. Und, da findet er schnell den Bogen, man müsse ganz einfach die Reichen etwas ärmer machen, und die Armen etwas reicher – das Grundeinkommen müsse her. Die Gelegenheit sei günstig, denn es liefen ja gerade Koalitionsverhandlungen in Berlin.

 

Auch wenn der gute Herr Flintz hier andeutet, dass die Ärmsten der Armen für steigende Energiepreise einen finanziellen Ausgleich erhalten sollten. So zahlen doch Millionen von Normal- und Geringverdienern sowie Bezieher kleiner Renten die Zeche für seine wunderbar steigenden Öl- und Gaspreise. Denn wer glaubt denn wirklich, dass die Masse der Menschen einen Ausgleich erhält, wenn die neue Bundesregierung eine Art Notfall-Unterstützung für die Ärmsten für steigende Energiepreise einführen sollte? Auch Rentner und Geringverdiener, die jeden Cent drei Mal umdrehen müssen, dürfen sich laut Detlef Flintz jetzt gerade über die massiv steigenden Energiepreise freuen. Heizung im Winter schön runterdrosseln, so klang es ja in seinem Video an. Man friert zwar, aber dafür tut man was Gutes für die Umwelt? Wie gesagt: Auch wenn sozialer Ausgleich für die Ärmsten durchklingt bei seinen Aussagen, so dürfte doch klar sein, dass Millionen Normal- und Geringverdiener eben keinerlei Ausgleich erhalten würden, weil sie bei möglicherweise einzuführenden Ausgleichshilfen als nicht arm genug angesehen werden, aber dennoch täglich jeden Cent drei Mal umdrehen.

 

Interessant im Zusammenhang mit seiner Äußerung über die Reichen, die man ärmer machen soll: Detlef Flintz selbst verdient wohl nicht schlecht auf Kosten der Zwangsbeitragszahler. Vom Rundfunkbeitrag erhält er laut Vergütungsverordnung des WDR offenbar mehr als 7.500 Euro pro Monat (ich bitte um Verzeihung, falls ich mich hier irre). Oder sind es sogar deutlich mehr als 7.500 Euro? Damit zählt Detlef Flintz ganz klar zu den Besserverdienern, und kann natürlich entspannt über die wunderbar steigenden Energiepreise reden. Denn er nagt wohl nicht am Hungertuch. Er könnte schon mal mit gutem Beispiel vorangehen beim Abbau von Reichtum, und den Großteil seines Gehalts an die Tafel, die Caritas oder sonstige Organisationen spenden. Ob er das wohl bereits macht oder zukünftig tun wird? Wir haben jetzt eine Anfrage an den WDR gestellt, ob der gute Herr Flintz Auskunft darüber gibt, ob er denn willens ist den Großteil seines Besserverdiener-Gehalts für wohltätige Zwecke zu spenden, um für das „Reiche ärmer machen“ schon mal den ersten Schritt zu tun.

 

Man denkt bei diesen Aussagen von Detlef Flintz unweigerlich an den berühmten historischen Ausspruch über arme Leute, die um Brot betteln „Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie doch Kuchen essen“. Wenn man in der kommenden Heizperiode die hohen Heizkosten nicht zahlen kann und daher die Heizung runter dreht, kann man sich ja vorm Schlafengehen 7 Pullover, 4 Hosten und 5 paar Socken überziehen.

Angesichts einer derart überragenden intellektueller Leistung, verweise ich nochmals auf meinen jüngst veröffentlichten Artikel: “Das Peter-Prinzip”

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