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OPEC hat Fördermenge erhöht – aktuelle Prognose zu Nachfrage- und Angebotsmengen

Ein Beitrag von Claudio Kummerfeld, vom 13.10.2021

Die OPEC hat heute Mittag ihren Ölmarktbericht für Oktober veröffentlicht. Daraus gehen unter anderem die Öl-Fördermengen für September hervor. Demnach hat das Kartell im September mit 27,33 Millionen Barrels pro Tag 486.000 Barrels pro Tag mehr gefördert als im August, was somit leicht über der planmäßigen Erhöhung von 400.000 Barrels pro Tag liegt. Laut des aktuellen Berichts der OPEC könne der Ölmarkt Unterstützung erfahren durch den Wechsel der Brennstoffarten von Gas hin zu Öl, weil der Gaspreis jüngst so extrem angestiegen ist.

OPEC sieht Nachfrage minimal geringer

Wichtig im monatlichen Bericht der OPEC sind neben den Fördermengen stets ihre Aussagen zur Prognose für Nachfrage und Angebot für Öl. Schauen wir zunächst auf die aktuellen Aussagen zur Nachfrageseite. Die weltweite Ölnachfrage soll im Jahr 2021 um schätzungsweise 5,8 Millionen Barrels pro Tag steigen, was gegenüber der Einschätzung vom Vormonat (5,96) eine geringfügige Senkung der Prognose darstellt. Dies ist laut OPEC vor allem darauf zurückzuführen, dass die tatsächlichen Daten für die ersten drei Quartale dieses Jahres niedriger ausfielen als erwartet, obwohl für das letzte Quartal des Jahres von einer gesunden Ölnachfrage ausgegangen wird, die durch den saisonalen Anstieg der Nachfrage nach petrochemischen Erzeugnissen und Heizstoffen sowie durch die mögliche Umstellung von Erdgas auf Erdölprodukte aufgrund hoher Gaspreise unterstützt wird.

Sowohl die OECD- als auch die Nicht-OECD-Zahlen werden nach unten korrigiert, wobei sich die Abwärtskorrektur in den OECD-Regionen auf das erste Halbjahr 2021 konzentriert, während die Nicht-OECD-Korrekturen vor allem im dritten Quartal 2021 vorgenommen werden. Es wird von der OPEC erwartet, dass weltweit in diesem Jahr 96,6 Millionen Barrels pro Tag an Erdölprodukten verbraucht wird. Für 2022 liegt das Wachstum der weltweiten Ölnachfrage unverändert bei 4,2 Millionen Barrels pro Tag. Infolgedessen werde die weltweite Nachfrage im nächsten Jahr bei durchschnittlich 100,8 Millionen Barrels pro Tag liegen. Die Nachfrage dürfte durch eine gesunde Wirtschaftsdynamik in den Hauptverbraucherländern und eine bessere Bewältigung der COVID-19-Pandemie gestützt werden.

Aussicht für Angebotsseite wird auch gesenkt

Das Wachstum des Öl-Angebots außerhalb der OPEC für das Jahr 2021 wurde gegenüber der Einschätzung des Vormonats um 0,3 Millionen Barrels pro Tag nach unten korrigiert und liegt nun bei 0,7 Millionen Barrels pro Tag. Die Korrekturen wurden hauptsächlich durch eine Abwärtskorrektur im dritten Quartal 2021 aufgrund von Faktoren wie Produktionsausfällen im Golf von Mexiko, die durch den Hurrikan Ida verursacht wurden, Wartungsarbeiten im Tengiz-Feld in Kasachstan und eine höhere Gewalt in Kanada am Ölsandstandort von Suncor verursacht.

Die wichtigsten Wachstumstreiber für das Angebotswachstum im Jahr 2021 sind laut der OPEC weiterhin Kanada, Russland, China, Norwegen und Brasilien. Auch die Prognose für das Wachstum des Nicht-OPEC-Angebots für 2022 wurde aufgrund der Änderung der Basis um 0,1 Millionen Barrels pro Tag nach oben korrigiert und liegt nun bei 3,0 Millionen Barrels pro Tag. Es wird erwartet, dass Russland und die USA die Haupttreiber sein werden, gefolgt von Brasilien, Norwegen, Kanada, Kasachstan, Guyana und anderen Ländern. Die OPEC-NGL-Förderung wird den Prognosen zufolge in den Jahren 2021 und 2022 um jeweils 0,1 Millionen Barrels pro Tag auf durchschnittlich 5,2 bzw. 5,3 Millionen Barrels pro Tag steigen.

Grafik zeigt Details zu den Öl-Fördermengen der OPEC

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