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Gold, Sachwerte: Behalten die Notenbanken die Kontrolle?

Ein Beitrag von Markus Fugmann, vom 14.10.2021

Gold konnte zuletzt wieder in Richtung 1800 Dollar ansteigen – trotz der klaren Ankündigung der Fed, wohl schon im November den Beginn des Tapering (Reduzierung der Anleihekäufe) zu verkünden. Dazu noch die hohe Inflation (nicht nur in den USA) – vieles scheint für Gold zu sprechen.

Robert Halver über Notenbanken-Drogen, Gold und Sachwerte

Was aber werden die Notenbanken tun, wenn die Inflation doch nicht vorübergehend ist? Im Grunde ist das Mantra einer vorübergehenden Inflation bereits „tot“ – das haben inzwischen nicht nur Notenbanker selbst erkannt (von der Fed kürzlich etwa Bostic und Bullard), sondern auch Top-Banker klar gemacht.

Zwar haben die Notenbanken Konjunktur und Finanzwelt „gerettet“, aber auch „drogenabhängig“ gemacht, wie die rheinische Frohnatur Robert Halver formuliert. Eigentlich müssten die Notenbanken angesichts der Inflation die Geldpolitik straffen, „doch schrecken Fed und EZB vor dem kalten Entzug mit mutmaßlich schweren (finanz-)wirtschaftlichen Stimmungseinbrüchen zurück“ (Halver).

In dieser Situation, so Halver, dürften daher grundsätzlich Gold und Sachwerte attraktiv sein und bleiben – während Sparer angesichts der Inflation massive Kaufkraftverluste erleiden würden.

Behalten die Notenbanken wirklich die Kontrolle?

Da stellt sich nur eine Frage an den „Dauerbullen“ Halver: werden die Notenbanken angesichts der Inflations-Gefahren dennoch einen „policy error“ begehen und in eine sich abschwächende Konjunktur die Geldpolitik straffen müssen, weil sie sonst vollständig die Kontrolle verlieren würden?

So oder so – für Gold wären beide Szenarien nicht schlecht: Szenario „a“, in dem die Notenbanken die Inflation laufen lassen ohne wirklich zu reagieren mit einem dann folgenden Kontrollverlsut bis hin zu einer Währungsreform. Oder, Szenario „b“,  sie straffen die Geldpolitik, würgen damit die Wirtschaft ab – dann fallen die Anleiherenditen, was für Gold dann wiederum auch eine gute Nachricht wäre (weil damit der Nachteile des unverzinsten Goldes weniger stark ins Gewicht fallen würden)!

Aber Halver glaubt eher an Szenario „a“ – ob zurecht, wird wohl erst die Zukunft zeigen! Man sollte nicht vergessen, dass Halver gewissermaßen sozialisiert ist an den Glauben der Allmacht der Notenbanken..

 
 
 

 

 

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Deutschlands Wirtschaftsforscher senken BIP-Prognose deutlich ab!

Ein Beitrag von Claudio Kummerfeld, vom 14.10.2021
 

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sollte laut der Gemeinschaftsdiagnose der wichtigsten deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute aus dem Frühjahr in 2021 um 3,7 Prozent wachsen. Jetzt melden Sie eine Absenkung der Prognose auf nur noch 2,4 Prozent Wachstum. Aber wo ein Rückgang ist, da ist der Anstieg auch nicht weit entfernt? Denn wo die Forscher im Frühjahr für das Jahr 2022 noch ein BIP-Wachstum von 3,9 Prozent sahen, erhöhen sie die Prognose jetzt auf 4,8 Prozent. Das Wachstum verschiebt sich also ins nächste Jahr. An der Gemeinschaftsdiagnose haben mitgewirkt das DIW, ifo, ETH Zürich, IfW Kiel, IWH und RWI Wien. Ihrer Meinung nach wird die Inflation in Deutschland dieses Jahr im Schnitt bei 3 Prozent liegen, nächstes Jahr bei 2,5 Prozent und 2023 bei 1,7 Prozent.

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland ist laut der Gemeinschaftsdiagnose nach wie vor von der Corona-Pandemie gekennzeichnet. Eine vollständige Normalisierung kontakt­intensiver Aktivitäten sei kurzfristig nicht zu erwarten. Außerdem würden Lieferengpässe vorerst das Verarbeitende Gewerbe behindern. Im Verlauf des Jahres 2022 dürfte die deutsche Wirtschaft wieder die Normalaus­lastung erreichen. Nachdem neue Infektionswellen die Erholung im Winterhalbjahr 2020/2021 ver­zögert hatten, steigt das Bruttoinlandsprodukt seit dem Abebben des Infek­tionsgeschehens im Frühjahr deutlich. Allerdings würden im Verarbeitenden Gewerbe Lieferengpässe bei Vorprodukten die Produktion behindern, sodass nur die kon­sumnahen Dienstleistungsbranchen zulegen.
 
Im Winterhalbjahr 2021/2022 dürfte die Erholung der Wirtschaftsleistung laut der Diagnose weiterhin gebremst werden. So sei davon auszugehen, dass in der kalten Jahreszeit die Aktivität im Dienstleistungsbereich auch bei gerin­gem Infektionsgeschehen unter dem sonst üblichen Niveau bleiben wird. Zu­dem sollen die Lieferengpässe die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe vor­erst weiter belasten. Im kommenden Jahr werden die Beeinträchtigungen durch Pandemie und Lieferengpässe nach Einschätzung der Institute allmählich über­wunden, sodass die Normalauslastung wieder erreicht wird.

Details zur BIP-Prognose der Wirtschaftsforscher

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Industrierückgang, Zinsen; Inflation; Immobilien – Hans Werner Sinn bringt es mal wieder auf den Punkt

Ein Beitrag von Finanzmarktwelt.de, vom 13.10.2021

Hans Werner Sinn ist als ehemaliger Chef des ifo-Instituts immer noch hochgefragt bei ökonomischen Analysen. Er gilt immer noch als einer der am höchsten angesehenen Ökonomen Deutschlands. In einem Video-Interview wird er auf mehrere Themen angesprochen, worauf er kurz und präzise antwortet und die Dinge klar auf den Punkt bringt. Es geht um die auch ganz ohne Coronakrise strukturell rückläufige Industrieproduktion in Deutschland, was man besonders an der Autoindustrie erkennt. Hierzu hatten wir vor Kurzem auch eine Analyse veröffentlicht, wonach sich die Autoproduktion in Deutschland im Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten halbiert hat.

 
Auch ansprechen tut Hans Werner Sinn die starken Interessen der Südländer, die Zinsen in der Eurozone noch lange Zeit bei Null zu belassen. Dank der höheren Inflation und Nullzinsen werde der Trend von immer weiter steigenden Immobilienpreisen nicht so schnell beendet werden, sondern sich eher fortsetzen. Denn bei negativen Realzinsen würden die Menschen nun mal auch ins Betongold flüchten.
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OPEC hat Fördermenge erhöht – aktuelle Prognose zu Nachfrage- und Angebotsmengen

Ein Beitrag von Claudio Kummerfeld, vom 13.10.2021

Die OPEC hat heute Mittag ihren Ölmarktbericht für Oktober veröffentlicht. Daraus gehen unter anderem die Öl-Fördermengen für September hervor. Demnach hat das Kartell im September mit 27,33 Millionen Barrels pro Tag 486.000 Barrels pro Tag mehr gefördert als im August, was somit leicht über der planmäßigen Erhöhung von 400.000 Barrels pro Tag liegt. Laut des aktuellen Berichts der OPEC könne der Ölmarkt Unterstützung erfahren durch den Wechsel der Brennstoffarten von Gas hin zu Öl, weil der Gaspreis jüngst so extrem angestiegen ist.

OPEC sieht Nachfrage minimal geringer

Wichtig im monatlichen Bericht der OPEC sind neben den Fördermengen stets ihre Aussagen zur Prognose für Nachfrage und Angebot für Öl. Schauen wir zunächst auf die aktuellen Aussagen zur Nachfrageseite. Die weltweite Ölnachfrage soll im Jahr 2021 um schätzungsweise 5,8 Millionen Barrels pro Tag steigen, was gegenüber der Einschätzung vom Vormonat (5,96) eine geringfügige Senkung der Prognose darstellt. Dies ist laut OPEC vor allem darauf zurückzuführen, dass die tatsächlichen Daten für die ersten drei Quartale dieses Jahres niedriger ausfielen als erwartet, obwohl für das letzte Quartal des Jahres von einer gesunden Ölnachfrage ausgegangen wird, die durch den saisonalen Anstieg der Nachfrage nach petrochemischen Erzeugnissen und Heizstoffen sowie durch die mögliche Umstellung von Erdgas auf Erdölprodukte aufgrund hoher Gaspreise unterstützt wird.

Sowohl die OECD- als auch die Nicht-OECD-Zahlen werden nach unten korrigiert, wobei sich die Abwärtskorrektur in den OECD-Regionen auf das erste Halbjahr 2021 konzentriert, während die Nicht-OECD-Korrekturen vor allem im dritten Quartal 2021 vorgenommen werden. Es wird von der OPEC erwartet, dass weltweit in diesem Jahr 96,6 Millionen Barrels pro Tag an Erdölprodukten verbraucht wird. Für 2022 liegt das Wachstum der weltweiten Ölnachfrage unverändert bei 4,2 Millionen Barrels pro Tag. Infolgedessen werde die weltweite Nachfrage im nächsten Jahr bei durchschnittlich 100,8 Millionen Barrels pro Tag liegen. Die Nachfrage dürfte durch eine gesunde Wirtschaftsdynamik in den Hauptverbraucherländern und eine bessere Bewältigung der COVID-19-Pandemie gestützt werden.

Aussicht für Angebotsseite wird auch gesenkt

Das Wachstum des Öl-Angebots außerhalb der OPEC für das Jahr 2021 wurde gegenüber der Einschätzung des Vormonats um 0,3 Millionen Barrels pro Tag nach unten korrigiert und liegt nun bei 0,7 Millionen Barrels pro Tag. Die Korrekturen wurden hauptsächlich durch eine Abwärtskorrektur im dritten Quartal 2021 aufgrund von Faktoren wie Produktionsausfällen im Golf von Mexiko, die durch den Hurrikan Ida verursacht wurden, Wartungsarbeiten im Tengiz-Feld in Kasachstan und eine höhere Gewalt in Kanada am Ölsandstandort von Suncor verursacht.

Die wichtigsten Wachstumstreiber für das Angebotswachstum im Jahr 2021 sind laut der OPEC weiterhin Kanada, Russland, China, Norwegen und Brasilien. Auch die Prognose für das Wachstum des Nicht-OPEC-Angebots für 2022 wurde aufgrund der Änderung der Basis um 0,1 Millionen Barrels pro Tag nach oben korrigiert und liegt nun bei 3,0 Millionen Barrels pro Tag. Es wird erwartet, dass Russland und die USA die Haupttreiber sein werden, gefolgt von Brasilien, Norwegen, Kanada, Kasachstan, Guyana und anderen Ländern. Die OPEC-NGL-Förderung wird den Prognosen zufolge in den Jahren 2021 und 2022 um jeweils 0,1 Millionen Barrels pro Tag auf durchschnittlich 5,2 bzw. 5,3 Millionen Barrels pro Tag steigen.

Grafik zeigt Details zu den Öl-Fördermengen der OPEC

China-Nummer-1

China: Wirklich bald die Nummer 1 vor den USA?

Ein Beitrag von Markus Fugmann, vom 13.10.2021

Wird China die USA bald als Nummer eins in der Welt ablösen? Unter Trump gab es den Handelskrieg, Trump-Nachfolger Biden scheint jedoch nicht weniger entschieden gegen den asiatischen „Emporkömmling“ vorzugehen.

Nicht nur die Immobilienkrise im Reich der Mitte (Evergrande als Spitze des Eisbergs), sondern vor allem die strikte Wendung unter Xi Jinping zur „common prosperity“ dürfte eine schwere Belastung für die chinesische Wirtschaft werden. Dazu kommt: Die Bevölkerung in China altert: „Chinas großes Manko im Kampf um die Vormachstellung gegen die USA ist der demografische Faktor“, so Wolfgang Müller in seinem Artikel „USA gegen China: Kampf um Vormachtstellung und die Demografie“.

Aber da gibt es noch einige andere entscheidende Faktoren, die gegen den unaufhaltsamen Aufstieg des Reichs von Xi Jinping sprechen, wie folgendes Video zeigt:

Der Moskauer Kreml bei Nacht, Russland

Putin über Ölpreis bei 100 Dollar, Europas Fehler, und so viel Gas wie wir benötigen

Ein Beitrag von Claudio Kummerfeld, vom 13.10.2021

Derzeit läuft die „Russia Energy Week“ in Moskau. Vladimir Putin ist gerade dabei Aussagen zu den Themen Öl und Gas zu präsentieren. Erst letzte Woche schaffte er es den europäischen Gaspreis am Terminmarkt von seinem Rallye-Top aus in kürzester Zeit zu halbieren – denn er sagte Russland werde dabei helfen den Gasmarkt zu stabilisieren, also mehr Gas liefern. Aktuelle Nachrichten zeigen, dass Russland offenbar wirklich mehr Gas auf den Markt bringt.

Schuld an der Energiekrise haben laut den Aussagen von Vladimir Putin die Abnehmer in Europa, die im Sommer ihre Gaslager nicht wieder aufgefüllt haben. Sie hätten mangelhaft geplant. Der renommierte Rohstoffexperte Javier Blas kommentiert aktuell, dass Vladimir Putin gerade eine meisterhafte Vorstellung in Sachen Energie-Geopolitik abliefert. Es mag einem nicht gefallen (wenn man wie Javier Blas selbst europäischer Verbraucher ist) – aber Vladimir Putin zeige auf, warum und wie fossile Brennstoffe immer noch wichtig sind. Er zeige auch die Kurzsichtigkeit vieler europäischer – und insbesondere deutscher – Entscheidungsträger auf.

Russland ist laut der aktuellen Aussagen von Vladimir Putin bereit das von Europa benötigte Erdgas zu liefern – wenn man noch mehr Gas benötige, werde Russland es liefern. Russland habe seine Gaslieferungen bereits um 15 Prozent erhöht. Aber die Energiekrise in Europa sei auf eine fehlerhafte Politik zurückzuführen, und nicht auf mangelnde Versorgung mit Gas. Europa habe sich zu sehr auf den kurzfristigen Markt verlassen, anstatt langfristige Verträge mit Russland abzuschließen. Russland setze Öl und Gas nicht als Waffe ein.

Ach ja… und es sei durchaus möglich, dass der Ölpreis auf 100 Dollar pro Barrel steigen könne, so Vladimir Putin. Wir möchten dazu anmerken: So stark wie weltweit die Preise für Gas und Kohle in den letzten Wochen gestiegen sind, ist es nun mal ein Szenario, dass viele Abnehmer auf Öl als Alternativ-Brennstoff ausweichen. Ist im Ölpreis auf den Weg nach oben also noch viel möglich?

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Energiekrise: Die Internationale Energie-Agentur über das Problem!

Ein Beitrag von Claudio Kummerfeld, vom 11.10.2021

Die Energiekrise in Europa steht an, und in Asien ist sie jetzt schon viel klarer zu erkennen. Die dortige Nachfrage nach Gas, Kohle und Öl ist enorm, die Preise steigen. Dazu kommen jüngst noch Überflutungen in Kohle-Abbauregionen in China, was die Knappheit bei Kohle noch weiter anfeuert. Gas-Lager in Europa sind relativ leer, und die Preise am Terminmarkt sind in den letzten Wochen dramatisch gestiegen. Was ist das grundlegende Problem, das auch die nächsten Jahre die Energiekrise weiter befeuern kann? Dazu hat die Internationale Energie-Agentur (IEA) sich heute in ihren World Energy Outlook geäußert.

Um die Energiekrise zu bekämpfen, ist ein Blick auf die Umstellung hin zu klimafreundlicher Energieerzeugung wichtig. Es reicht laut IEA nicht aus die Investitionen in neue Öl- und Gasfelder zu beenden. Wenn die Nachfrage nach Energie so hoch bleibe, führe dies auf Jahre hinaus zu einem verknappten Energie-Angebot (was die Energiekrise befeuern würde). Dies würde laut IEA das Risiko steigender und volatiler Energiepreise erhöhen. Die jetzt schon deutlich gestiegenen Preise für Energie seien ein Zeichen dafür, dass das Angebot nicht ausreiche um die Nachfrage zu befriedigen. Die Lösung: Wenn man global die Nullemissionen erreichen wolle, müssten Regierungen weltweit massiv in Erneuerbare Energien investieren (Ausweitung des Angebots, was die Preise dämpft).
 

Aber weltweit werde auch nicht genug für fossile Brennstoffe ausgegeben, wenn die Nachfrage nach Öl, Gas und Kohle weiterhin so stark wächst wie jetzt. Im Klartext: Klimawende schön und gut – aber wenn die Nachfrage nach Energie kurzfristig so groß ist, und Erneuerbare das kurzfristig nicht leisten können, müssen eben kurzfristig (!) die alten fossilen Energieträger die Energiekrise lösen? Die Investitionen in grüne Energien wie Solar- und Windenergie bleiben laut IEA weit hinter dem zurück, was nötig ist, um die Erwärmung des Planeten zu verhindern.

 

Es besteht die Gefahr weiterer Turbulenzen auf den globalen Energiemärkten, so IEA-Chef Fatih Birol. Man investiere nicht genug um den zukünftigen Energiebedarf zu decken. Weltweit sieht man derzeit die größte Energiekrise der letzten Jahre. Wie gesagt, in Asien ist die Lage mit Stromausfällen und explodierenden Preisen schon viel deutlicher sichtbar als in Europa. Aber wenn die Investitionen in Erneuerbare Energien nicht dramatisch beschleunigt werden und gleichzeitig die Nachfrage nach Energie weiter ansteigt, bleibt kurzfristig wohl nichts weiter übrig als die Lücke durch eine Angebotssteigerung durch Kohle, Öl und Gas aufzufangen?

In den letzten Jahren schienen die Investitionen in die Öl- und Gasversorgung oft auf eine Welt mit stagnierender oder sogar sinkender Nachfrage ausgerichtet zu sein, während die Anschaffung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren und der Ausbau der Erdgasinfrastruktur in die andere Richtung weisen: auf einen ständig steigenden Öl- und Gasverbrauch – so sagt es die IEA. Wähnte man sich also zu schnell auf dem richtigen Weg (in. Richtung Erneuerbare), und hat mit der gleichzeitig steigenden Nachfrage diese Energiekrise heraufbeschworen, weil man die Angebotsseite vernachlässigt hat? Fazit: Kurzfristig mehr Verfeuerung von Öl, Kohle und Gas, damit die Energiekrise hier und jetzt nicht eskaliert, und umgehend müssen die Regierungen weltweit massiv mehr in Erneuerbare investieren, damit auf Sicht mehrerer Jahre die fossilen Energieträger abgebaut werden können?

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WDR-Kommentator findet steigende Energiepreise richtig gut – „achtsamer heizen“ bitte!

Ein Beitrag von Claudio Kummerfeld, vom 13.10.2021

Detlef Flintz ist beim Westdeutschen Rundfunk „Leiter Programmgruppe Wirtschaft und Recht“ (hier sein Werdegang). Gestern hat er bei den Tagesthemen in der ARD mit einem 1:32 Minuten dauernden Kommentar für Empörung in den sozialen Netzwerken gesorgt – zurecht, wie ich meine! Schauen Sie sich hier erst einmal das Video an.

Die derzeit stark steigenden Preise bei Öl und Gas seien gut, so sein klar betonter Ausspruch! Denn nur wenn diese Preise deutlich teurer werden, bekomme man die Erderwärmung in den Griff. Die Bürger sollten froh sein, dass man durch die höheren Preise gezwungen wird Konsum und Produktion zu ändern. Er spricht von „achtsamem Heizen“ als einer von mehreren Maßnahmen. Und man müsse die Ärmsten natürlich unterstützen. Und, da findet er schnell den Bogen, man müsse ganz einfach die Reichen etwas ärmer machen, und die Armen etwas reicher – das Grundeinkommen müsse her. Die Gelegenheit sei günstig, denn es liefen ja gerade Koalitionsverhandlungen in Berlin.

 

Auch wenn der gute Herr Flintz hier andeutet, dass die Ärmsten der Armen für steigende Energiepreise einen finanziellen Ausgleich erhalten sollten. So zahlen doch Millionen von Normal- und Geringverdienern sowie Bezieher kleiner Renten die Zeche für seine wunderbar steigenden Öl- und Gaspreise. Denn wer glaubt denn wirklich, dass die Masse der Menschen einen Ausgleich erhält, wenn die neue Bundesregierung eine Art Notfall-Unterstützung für die Ärmsten für steigende Energiepreise einführen sollte? Auch Rentner und Geringverdiener, die jeden Cent drei Mal umdrehen müssen, dürfen sich laut Detlef Flintz jetzt gerade über die massiv steigenden Energiepreise freuen. Heizung im Winter schön runterdrosseln, so klang es ja in seinem Video an. Man friert zwar, aber dafür tut man was Gutes für die Umwelt? Wie gesagt: Auch wenn sozialer Ausgleich für die Ärmsten durchklingt bei seinen Aussagen, so dürfte doch klar sein, dass Millionen Normal- und Geringverdiener eben keinerlei Ausgleich erhalten würden, weil sie bei möglicherweise einzuführenden Ausgleichshilfen als nicht arm genug angesehen werden, aber dennoch täglich jeden Cent drei Mal umdrehen.

 

Interessant im Zusammenhang mit seiner Äußerung über die Reichen, die man ärmer machen soll: Detlef Flintz selbst verdient wohl nicht schlecht auf Kosten der Zwangsbeitragszahler. Vom Rundfunkbeitrag erhält er laut Vergütungsverordnung des WDR offenbar mehr als 7.500 Euro pro Monat (ich bitte um Verzeihung, falls ich mich hier irre). Oder sind es sogar deutlich mehr als 7.500 Euro? Damit zählt Detlef Flintz ganz klar zu den Besserverdienern, und kann natürlich entspannt über die wunderbar steigenden Energiepreise reden. Denn er nagt wohl nicht am Hungertuch. Er könnte schon mal mit gutem Beispiel vorangehen beim Abbau von Reichtum, und den Großteil seines Gehalts an die Tafel, die Caritas oder sonstige Organisationen spenden. Ob er das wohl bereits macht oder zukünftig tun wird? Wir haben jetzt eine Anfrage an den WDR gestellt, ob der gute Herr Flintz Auskunft darüber gibt, ob er denn willens ist den Großteil seines Besserverdiener-Gehalts für wohltätige Zwecke zu spenden, um für das „Reiche ärmer machen“ schon mal den ersten Schritt zu tun.

 

Man denkt bei diesen Aussagen von Detlef Flintz unweigerlich an den berühmten historischen Ausspruch über arme Leute, die um Brot betteln „Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie doch Kuchen essen“. Wenn man in der kommenden Heizperiode die hohen Heizkosten nicht zahlen kann und daher die Heizung runter dreht, kann man sich ja vorm Schlafengehen 7 Pullover, 4 Hosten und 5 paar Socken überziehen.

Angesichts einer derart überragenden intellektueller Leistung, verweise ich nochmals auf meinen jüngst veröffentlichten Artikel: “Das Peter-Prinzip”

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Daimler AG: Die ersten dunklen Wolken ziehen am Horizont auf!

Ein Beitrag von Henrik Becker, vom 08.10.2021

Die Aktie von Daimler konnte meiner 2018 veröffentlichte Langzeitprognose sehr gut Folge leisten. Mit dem Abgleiten bis in den 20-€-Bereich hat der Anteilsschein das damals beschriebene maximale Korrekturziel anlaufen können. Die sich anschließende und aktuell noch laufende Rallye bewegt sich im Rahmen der damaligen Sichtweise und sollte dies auch künftig. Lediglich die temporäre Komponente stellt sich etwas gestraffter dar, hat sich die Aufholjagd energiegeladener eingestellt als erwartet.

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Daimler AG (ISIN: DE0007100000), Chart, vom 04.08.2018

Ausblick:
Seit Anfang´20 bildet sich ein sehr dynamischer Aufwärtstrend aus, dessen Intention die Ausbildung von Welle (B) darstellt. Damit präsentiert sich die Rallye selbst als Teil einer übergeordneten und bereist seit weit über 20 Jahren laufenden Korrektur mit einem komplexen Charakter. Momentan befindet sich die dreiteilige (ABC) Welle (B) in der finalen Phase (C), welche sich, so wie im Chart dargestellt ist, als Diagonalimpuls (12345) ausformen kann. In dieses Verständnis fügt sich dann auch der kleine Ausbruchsversuch der letzten Tage ein.

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Daimler AG (ISIN: DE0007100000), Chart, vom 02.11.2020

Der Tenor dieser Minirallye ist das sich Loslösen vom mächtigen 1.00-Retracement (72.20 ). Allein das Überschreiten der kleinen 1.00-Linie (77.88 ) lässt den Abschluss von Welle (2) sehr realistisch erscheinen. Demzufolge bewegt sich der Trend in Welle (3) und damit in der meist dynamischen und längsten Welle innerhalb eines Diagonals. Auch wenn im Chart das größere 1.62-Retracement (154.79 ) als eine mögliche Ziellinie abgebildet ist, erwarte ich einen derart massiven Anstieg nicht.

Nach Abschluss von Welle (B) wird sich das Blatt wieder wenden. In der Folge des sich dann aufbauenden Verkaufsdrucks wird die Aktie wieder deutlich korrigieren, wie es der Chart andeutet. Die wie immer nötige Absicherung sollte, je nach temporärer Ausrichtung, auf einem der beiden 1.00-Unterstützungen (72.20 € / 64.79 ) vorgenommen werden.

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Daimler AG (ISIN: DE0007100000), aktueller Chart

 
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„Das Peter-Prinzip oder Die Hierarchie der Unfähigen“

Ein Beitrag von Henrik Becker, vom 03.10.2021

„Das Peter-Prinzip oder Die Hierarchie der Unfähigen“ 

Über die Auswirkungen auf die Finanzmärkte!

So der Titel eines 1970 in Deutschland erschienen Buches des Rowolt-Verlages.

Nun was ist so besonders an diesem Buch, dass man gut fünf Jahrzehnte später noch darüber sprechen kann. Ja vielleicht auch sollte, wie die jüngsten Ereignisse es eindrucksvoll aufzeigen. Es ist das Thema, mit welchem sich Laurence Johnston Peter (* 16. September 1919 in Vancouver, British Columbia, Kanada) auseinandersetzt. Peter war ein kanadisch-US-amerikanischer Lehrer, Erziehungs- und Sozialberater, Schulpsychologe, Autor und Professor und gilt als ein Wegbereiter des modernen Managements.

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Laurence Johnston Peter

Der Tenor des Peter-Prinzips lautet: „Jedes Mitglied einer ausreichend komplexen Hierarchie so lange befördert wird, wie es auf seiner bisherigen Position erfolgreich ist. Übersteigen die Anforderungen der neuen Position aber die Fähigkeiten, bleiben weitere Beförderungen aus.

Umgekehrt bleiben Mitglieder, deren Fähigkeiten für eine höhere Position geeignet wären, schon in den unteren Stufen hängen, in denen sie weniger erfolgreich sind: Dadurch markiert in der Regel das persönliche Maximum der Karriere­leiter das Maß einer maximalen Unfähigkeit innerhalb der Hierarchie. Peter konstatiert: „Nach einer gewissen Zeit wird jede Position von einem Mitarbeiter besetzt, der unfähig ist, seine Aufgabe zu erfüllen.“ (Auszug aus Wikipedia).

Mit einfachen Worten ausgedrückt: Ein hierarchisch aufgebautes System existiert nach dem immer gleichen Muster. Je mehr Etagen auf der Karriereleiter zu erklimmen sind, desto unfähiger ist die Besetzung der zu vergebenden Positionen. Der Grundgedanke ist hierbei ganz einfacher Natur: Welcher Chef duldet schon ernsthafte Konkurrenz in seinem Umfeld. Doch aufgrund dieser Auswahlkriterien ist ein permanentes Abflachen der intellektuellen Leistungsfähigkeit diesem System immanent!

Völlig übertrieben und verschwörungstheoretisch könnte man angesichts dieser systemzersetzenden These ins Feld führen. Doch zeigen gerade die jüngsten Ereignisse, dass das Peter-Prinzip nicht aus den unendlichen Weiten herrührt, sondern viel realistischer ist, als der größte Teil der Bevölkerung bereit ist zu glauben.

Werfen wir nur einmal einen kurzen Blick auf die sogenannten Wahlen zum Bundestag:

Im Vorzeigeland der Demokratie zeigt man sich bezüglich des Wahlverfahrens nahezu grenzenlos, wie es die folgenden Beispiele zeigen:

  • Im sächsischen Panschwitz-Kuckau konnte mit einer Wahlbeteiligung von fast 116 Prozent die DDR, mit ihren legendären 99 Prozent, wenigstens einmal in einer Disziplin übertroffen werden
  • In Berlin haben Wahllokale verspätet geöffnet und zum Ausgleich dafür die Türen etwas länger offengehalten
  • In Berlin wurden Wahlzettel einfach am Kopierer erstellt, da nicht genügend vorrätig waren
  • Mit der ersten Hochrechnung konnte die ARD bereits am Freitag-Abend, also zwei Tage vor der Wahl, aufwarten
  • In einigen Wahlbezirken fehlte die AFD
  • Wahlzettel wurden im Müll gefunden
  • Wahlurnen waren nicht verschlossen
  • Bremen-Seehausen: wurden falsche Wahlzettel ausgegeben, weshalb es nur wenig gültige Stimmen gab

um nur einige Beispiel aufzuführen.

Abgesehen davon, dass man hierzulande anscheinend völlig unfähig ist eine Wahl abzuhalten, ist allein das zur Auswahl stehende Personal die Bestätigung des Peter-Prinzipes in Persona!

  • Der eine Kandidat hat sich angesichts von hundertfachem Tot und unendlichem Leid fast totgelacht; sich zudem noch an den von ihm selbst verhängten Menschenrechtseinschränkungen bereichert
  • Nummer 2 kann mit einem Lebenslauf aufwarten, welcher mittlerweile mehr Versionen aufweist als Windows und ist zudem nicht in der Lage zwei sinnhafte Sätze hintereinander zu sprechen, ohne dabei abzulesen, wenn das überhaupt möglich wäre
  • … und schreibt ein ihr inhaltlich unbekanntes Buch
  • Der Dritte im Bunde steht im Visier der Staatsanwaltschaft und musste unmittelbar vor der Wahl mit Durchsuchungen in seinem Umfeld kämpfen
  • Ein einfacher Bankangestellter fungiert als Gesundheitsminister und bringt hier, im Sinne seiner Vermögensbildung, seine Berufserfahrungen ein
  • Doktorarbeiten voller Plagiate, oder gleich gekaufte Titel; reihenweise Studienabbrüche; keine abgeschlossene Berufsausbildung usw. gelten heute als nahezu selbstverständlich, ja man könnte schon sagen als eine elementare Voraussetzung für das Erklimmen der Karriereleiter im Politzirkus

Die hier aufgeführten Punkte verstehen sich exemplarisch für die gesamte Gesellschaft und widerspiegeln im Grunde nur die allgemeine Verfassung. Ganz gleich ob Politik oder Wirtschaft, die Unfähigkeit hat sich etabliert und ist salonfähig geworden. Damit sind die besten Voraussetzungen für die Umsetzung des Peter-Prinzipes geschaffen. Nein mehr noch: Eine bessere Bestätigung dieser These kann man sich nicht vorstellen.

Steinmeier: “Wir leben im besten Deutschland, das es jemals gegeben hat”
(Bei einem Festakt und einem ökumenischen Gottesdienst Potsdam am 03.10.2020)

Dümmer geht nimmer! Nein: Dümmer geht immer! Doch nicht unendlich!

Nach gut 75 Jahren Anwendung des Peter-Prinzips haben wir, hat die abendländische Welt, nun das Ende der Fahnenstange erreicht. Die jüngste Vergangenheit sollte so langsam auch dem Unbedarftesten die Augen geöffnet, sollte ihm gezeigt haben, dass der eingeschlagene Weg ein Holzweg ist und einfach nur ins Chaos führen muss. Hilfen oder gar Lösungsansätze sind von den jetzigen Entscheidungsträgern natürlich nicht zu erwarten. Dazu müssten diese in der Lage sein die sehr komplexen Zusammenhänge zu erkennen. Wohl eher ein Wunschtraum, wie das folgende Beispiel zeigt:

Laut Annalena Baerbock kann das Stromnetz Strom speichern. Wie funktioniert das physikalisch?

“An Tagen wie diesen, wo es grau ist, da haben wir natürlich viel weniger erneuerbare Energien. Deswegen haben wir Speicher. Deswegen fungiert das Netz als Speicher. Und das ist alles ausgerechnet.”

Die Auswirkungen auf die Finanzmärkte

Am Ende einer Fahnenstange, am Ende eines Trends, steht schlicht und einfach ein Trendwechsel in Haus. Die aktuelle Situation an den Finanzmärkten spricht diesbezüglich eine unmissverständliche Sprache. Auffallend ist, in diesem Sinne, die in temporärer Hinsicht längere seitliche Range. Eine solche Phase ist fast ausschließlich ein Indikator für massive Verkäufe von institutionellen Anlegern. Um es mit Kostolanys Worten zu beschreiben: „Die Aktien wechseln von den starken zu den schwachen Händen“. Dieses Prozedere spielt sich in immer gleichen Mustern schon von Anbeginn der Börsen ab, sodass man im Grund keine Angst davor haben müsste.

Diese Mal ist alles anders!

Doch dieses Mal ist es etwas anders! Denn wir stehen am Ende eines Trends dessen Wurzeln im Frühkapitalismus gelegt wurden und damit im 18. Jahrhundert zu suchen sind. In dieser Epoche wurden nicht nur neue Produktionsmethoden; neue Technologien oder auch neue soziale Strukturen und Klassen gebildet. Nein, in dieser Epoche wurde auch der Grundstein für das noch heute angewandte Finanzsystem gelegt. Und genau dieser Delinquent sitzt mit all seinen Abteilungsleitern auf der Anklagebank!

Die Verwerfungen, welche sich unübersehbar am Horizont abzeichnen, werden alle Facetten des Finanzsystems berühren, um es vorsichtig auszudrücken. Die Welt steht inmitten eines gewaltigen Systemwechsels, welcher sich irreversibel seinen Weg bahnt. Mit wachen Augen betrachtet sind dann auch die ersten gewaltigen Vorbeben zu erkennen. Da wäre zu nennen: die ausufernde Geldflut, entfacht durch die ebenfalls auf der Anklageschrift stehenden Zentralbanken, und Entwertung als Kausalität, zum einen. Zum anderen steht, besonders hier im Abendland, eine Arbeitslosigkeit nahezu biblischen Ausmaßes, als Folge einer grassierenden Insolvenzwelle, vor der Tür. Eine dadurch hervorgerufene Verarmung weiter Teile der Bevölkerung, versteht sich in diesem Sinne so gut wie von selbst.

Unübersehbare Symptome für einen Systemwechsel

Resultierend daraus ist vom Eintreten einer größeren Korrektur, an den Finanzmärkten, auszugehen. Einen ins Bodenlose führenden Crash schließe ich, aus dem aktuellen Blickwinkel betrachtet, dennoch aus. Der Grund in dem latenten Optimismus liegt schlicht und einfach im folgenden Sachverhalt: Die moderne Welt ist nicht zum ersten Mal fiskalisch und moralisch Bankrott! Wurden bislang diese Aggregatzustände mittels Krieges aus der Welt geschaffen, ist diese Option inzwischen nicht mehr durchführbar. Zu stark sind die krampfhaft herbeigeredeten Gegner; viel zu groß sind die Diskrepanzen im westlichen Lager, um auch nur annähernd eine Chance auf einen überlegenen militärischen Konflikt zu hegen. Mit diesen Aspekten im Hintergrund ist eine eher „sanfte“ Trendwende zu erwarten, würde doch ein waschechter Crash, in diesem Fall alle Beteiligten betreffen. Denn bislang wurden derartige Planspiele sehr erfolgreich für die Verlagerung von Vermögenswerten von unten nach oben genutzt.

Der Systemwechsel wird sich über mehrere Jahre erstrecken, und nicht, wie gelegentlich in Aussicht gestellt, über Nacht vollzogen werden. Viele börsennotierte Unternehmen werden das andere Ufer nicht mehr erreichen, wobei die Unternehmensgröße nicht das einzige Auswahlkriterium darstellen wird.  Für den Neustart wird man sich wieder der guten alten Oldeconomy besinnen, wird man wieder, dann allerdings nicht ganz schmerzfrei erkennen, dass reelle Werte allein durch Wertschöpfung geschaffen werden.

Neustarts haben immer auch neue Sichtweisen und verbunden damit neue Technologien im Schlepptau. Besonders Bereiche wie: Recycling; neue Energieformen; neue Heilmethoden, um nur einige zu nennen, haben dabei nicht die schlechtesten Karten in der Hand und sollten daher im Fokus der Anlegerschaft stehen.