Ralph-Neslon Elliott

Ralph-Nelson Elliott (28. Juli 1871, in Marysville, Kansas, Vereinigte Staaten – 15. Januar 1948) war ein amerikanischer Buchhalter, Autor. Er ist zudem der Schöpfer der nach ihm benannten Elliott-Wellen-Theorie. Dieser, im wesentlichen auf den Fibonacci-Zahlen basierende, Analyseansatz wird zur Beschreibung von Markttrends an den Finanzmärkten, im Speziellen an den Aktienmärkten, verwendet.

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Ralph-Neslon Elliott

Eintritt in das Reich der Zahlen!

Elliott wurde in Marysville, Kansas, geboren und zog später nach San Antonio, Texas. Er trat Mitte der 1890er Jahre in die Buchhaltungsbranche ein und arbeitete hauptsächlich in leitenden Positionen für Eisenbahngesellschaften in Mittelamerika und Mexiko.

Rückkehr in die USA

Nachdem er 1903 Mary Elizabeth Fitzpatrick (1869-1941) geheiratet hatte, kehrte Elliott 1920 in die USA zurück und wurde vom US-Außenministerium angeheuert, um Buchhaltungsdienste (und finanzielle Reorganisation) für Nicaragua (das zu dieser Zeit unter der Kontrolle der USA stand) durchzuführen.

Nicht lange danach schrieb Elliott auf der Grundlage seiner dortigen Erfahrungen zwei Bücher über soziale und wirtschaftliche Fragen in Mittelamerika: „Tea Room and Cafeteria Management“ und „Die Zukunft Lateinamerikas“.

Eine Krankheit bewirkt den Wandel!

Leider erlitt Elliott während seiner Arbeit in Zentralamerika eine, durch einen in dieser Region heimischen Organismus Amöba histolytica verursachte, Erkrankung.

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“Tea Room and Cafeteria Management”

Die Symptome dieser Krankheit schritten mit der Zeit fort und zwangen ihn schließlich im Alter von 58 Jahren in den Vorruhestand. Elliott befand sich, aufgrund der jahrelangen Erkrankung und Rekonvaleszenz, in einer äußerst misslichen finanziellen Lage und entschloss sich daraufhin mit 63 Jahren zu einem Berufswechsel.

Die ersten Schritte in ein neues Leben!

Etwa zu dieser Zeit beschloss er sich dem Studium des Verhaltens des amerikanischen Aktienmarktes zu widmen. Eine Grundlage seiner Arbeit bildete dabei die von Charles Dow entwickelte und nach ihm benannte “Dow-Theorie”.

Elliott erkannte Zusammenhänge zwischen den einzelnen Bewegungen und den Fibonacci-Zahlenverhältnissen. Eine fundamentale Erkenntnis ist indes die fraktale Struktur, die Selbstähnlichkeit der Fraktale, der Bewegungen.

Sein Leben und Schaffen

Nachdem er die historischen Daten aus 75 Jahren Börsenindizes (einschließlich jährlicher, monatlicher, wöchentlicher, täglicher, stündlicher und sogar halbstündlicher Charts) studiert hatte, nimmt er am 28.November 34 Kontakt zu Charles J. Collins, einem damals sehr bekannter Finanzanalyst, auf. Elliott teilt ihm mit, dass nun das Ende der aktuellen Marktrichtung gekommen und somit eine Korrektur zu erwarten sei.

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The Wave Principle

Die erste Tür ist aufgeschlagen!

Als diese Prognose punktgenau eintraf, hat Collin Vertrauen zu dieser völlig neuen Methode gefasst und bleibt zeitlebens mit Ralph-Nelson Elliott sehr eng befreundet. Dabei sollte nicht in Vergessenheit geraten, dass Elliott die Charts selbst zeichnen musste, denn die Computertechnik war damals noch nicht verfügbar. Allein dieser Aspekt zollt der Leistung Elliotts den größten Respekt.

Charles J.Collin, Kollege und Freund!

In Zusammenarbeit mit Charles J. Collins, veröffentlicht er am 31. August 1938 sein drittes Buch, mit dem Titel „The Wave Principle“. Darin plädierte Elliott dafür, dass, obwohl Aktienmarkttrends zufällig und unvorhersehbar erscheinen mögen, sie in Wirklichkeit vorhersehbaren Naturgesetzen folgen und mit Hilfe von Fibonacci-Zahlen gemessen und vorhergesagt werden können. Innerhalb eines Jahres nach der Veröffentlichung des Wellenprinzips wurde Elliott gebeten, 12 Artikel für die Zeitschrift Financial World zu schreiben, in denen er sein neues System zur Analyse von Markttrends beschreiben sollte.

Der endgültige Wandel!

Es folgt eine Anstellung als Fondmanager, des Weiteren unterrichtete er eine kleine Gruppe von Studenten. Neben den Finanzmärkten befasst sich Ralph-Nelson auch sehr intensiv mit Botanik, Kunst, Mathematik, Physik, Philosophie und Ägyptologie.

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Natures Law

Ein Jahrzehnt später (in den frühen 1940er Jahren) erweiterte Elliott seine Theorie, um sie auf alle kollektiven menschlichen Verhaltensweisen anzuwenden. Er betrachtete sein letztes großes Werk als sein wichtigstes Buch: „Nature’s Law – The Secret of the Universe“, das im Juni 1946, zwei Jahre vor seinem Tod, veröffentlicht wurde.

Zum Vergessen verdammt?

In den Folgejahren geriet seine Theorie, sein Werk in nahezu völlige Vergessenheit. Erst in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde Elliott`s Werk durch die beiden Herrn Forster und Prechter wieder zu neuem Leben erweckt. Mit ihren Elliott-Wellen-Analysen haben diese beiden Herren in den 60er und 70er Jahren Geschichte geschrieben.

Kritiker der Elliott-Wellentheorie behaupteten, dass es der Hypothese der Markteffizienz widerspricht, die seit 2008 die Hauptströmung der Finanzanalyse darstellt.